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Bundeswahlkrampf
Also... ich weiss ja nicht. Ich meine... hm. Da machen zwei Parteien gegeneinander Kuschelwahlkampf, die bisher in einer Großen Koalition nebeneinander blockiert regiert haben und unsere Kanzlerin ist irgendwie abgetaucht, habe ich den Eindruck. Ich finde, die ist einfach viel zu unpräsent in den Medien. Nicht, dass ich das schlimm finde, denn ich wähle sie sowieso nicht, aber ich erwarte mir von der Landesmutter irgendwie... mehr, als kurz vor der Wahl in Polen geschmeidige Gesten der Versöhnung zu leisten, wie vor ihr schon viele, viele andere, nur weil gerade mal wieder der 1.9. war. Versöhnung ist ohne Frage toll. Aber wir brauchen unsere Regierungschefin hier. Und zupacken muss sie, nicht nur bei denen, die eh schon nichts mehr haben. Steuern runter? Vielleicht. Steuern einfacher? Ganz sicher.
In gut zwei Wochen ist Bundestagswahl und ich finde es irgendwie problematischer als je zuvor, sich mit den Intentionen der Parteien auseinanderzusetzen. Je mehr ich mich mit einer Partei befasse, umso unwählbarer wird sie für mich, wobei die braune Soße gleich rausfällt, mit denen befasse ich mich gar nicht erst. Die Wahlplakate in dieser Stadt sind eher spartanisch gestreut, mit Stammtischparolen übersät, und die wenigen Auftritte grosser Politiker sind so gut wie untergegangen. Man kommt sich ein wenig vor, wie das Tal der Vergessenen hier oben. Das war mal anders. Es kann doch nicht sein, dass es so vieles in diesem Land gibt, was nicht okay ist. Aber die Frage, die ich mir auch stelle, ist, was braucht dieses Land dann? Und wen muss man dafür wählen? Der Wahl-O-Mat lieferte mir eine eindeutige Antwort, aber die wusste ich vorher schon.
Wie passend, dass mir heute morgen im Radio Samy de Luxe über den Weg lief.
Amarie denkt ... 10.09.2009, 09.11
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Kommentare zu diesem Beitrag
Wahlkrampf ist gut...; je älter ich werde, desto weniger weiß ich, wo ich guten Gewissens überhaupt mein(e) Kreuzchen setzten soll. Letztendlich läuft es meist darauf hinaus, daß Frau nur mit Bauchgrimmen und dickem Hals zwischen Pest und Cholera entscheiden darf.
Trotz meines halben Jahrhunders auf dem Altersbuckel bin ich immer noch naiv (?) genug, von einer wirklich sozialen und gerechten Gesellschaft zu träumen. Mag sein, daß ich das nicht mehr erlebe, jedoch erhoffe ich mir, daß dieser Traum (X Generationen nach meiner Zeit???) einmal Realität wird.
Von einer Kanzlerin hatte ich vor Jahren (gewählt hatte ich sie trotzdem nicht) in der Tat einen Touch mehr Regierungsarbeit auf Basis "emotionaler Intelligenz" erwartet (...jaja, ich weiß---seeehr naiv!). Und die Arbeit einiger anderer Polit-Damen (Gesundheits-Ullala und Familien-Ulla tun sich hier besonders hervor!) sprechen bedauerlicher Weise auch von keiner herausragenden Sozialkompetenz.
Zuviel Politik, die an der Realität der Menschen vorbei geht. Aber allein der Begriff Politik ist ja nach wie vor in Inhalt und Schwerpunkt umstritten.
--- break ---
Ich wünsche dir gute Besserung. Und Abhängen in usseligen Klamotten bei nahezu leerem Kühlschrank tut halt auch manchmal gut. Diese minimalistische Phase kenne ich; es ist im Grunde wirklich nicht allzu viel, was Mensch so braucht. Der übrige Krempel kam mir wie Ballast vor; ungenutzt sowieso und lediglich zum Abstauben gut. Oder so.
Mach et juut, meine Kleene!
vom 10.09.2009, 10.53
So sehe ich das auch. Von Frauen hatte ich ehrlich gesagt viel mehr erwartet. Ich dachte, die können das irgendwie besser. Aber warum sollten sie es besser können. Es ist im Grunde genommen auch egal, es müssen grundlegende Änderungen kommen, damit dieses Land langfristig eine Perspektive kriegt. Und ob die nun von Männern oder von Frauen geschaffen werden, ist total egal. Ich habe noch Hoffnung, dass das irgendwie mal machbar sein wird. In diesem Land herrscht irgendwie von allen Seiten eine Lethargie, die beispiellos ist. Ist das das Motto: Wer nichts macht, macht nichts verkehrt? Keine Ahnung.
Ja, minimalistisch, genau das richtige Wort, und irgendwie muss das genau so auch sein.
Liebe Grüsse an Dich zurück.
Nun, nicht nur, dass auch nach der Wahl alles bleibt wie es ist ("immer auf die Kleinen")- ich denke, es wird für den "Otto Normalbürger" noch schlimmer. Egal, welche der "großen Parteien" man (oder Frau) wählt. Hauptsache, den Grossverdienern geht es gut, die Abfindungen fließen in Milliardenhöhe und die Diäten werden weiter erhöht. Es sollte wirklich mal beschlossen werden, dass ALLE "Politgrößen" sowie sämtliche Manager mal für mindestens ein Jahr lang von "Hartz 4" leben, damit diese mal sehen, welcher Unsinn da verzapft wird. Aber das deutsche Volk ist ja wie eine Schafherde- die laufen sogar freiwillig zur nächsten Schlachtbank.
Fröhliches Wählen!
P.S.: vielen Dank für den Link zu meinem Blog, habe mich sehr gefreut.
Und bei dieser Gelegenheit: eine schnelle Genesung, viele schöne Gedanken und ganz liebe Grüße!
vom 10.09.2009, 09.38
Ich habe eine Zeitlang wirklich gedacht, es sei nur ein Gefühl, dass immer alles "auf die Kleinen" geht - aber vor einem Jahr wurde ja sogar darüber diskutiert, Hartz IV auf 132 Euro zu reduzieren. Warum nicht mal Verwaltungsaufwand reduzieren, die Beamtenblase (mitlesende Beamten mögen mich nicht steinigen) irgendwie auflösen, und Abläufe straffen, die in privatwirtschaftlichen Unternehmen längst dem Rotstift zum Opfer gefallen wären. Wäre dieses Land eine GmbH, es wäre doch längst in Konkurs. Es ist nicht gut, wie mit dem umgegangen wird, was nach dem Krieg mühevoll aufgebaut wurde. Und ich finde, es auf die "schlechten Zeiten" zu schieben, ist am Thema vorbei. Liebe Grüsse zurück!




genau: es ist ein Krampf
ich gehe nur wählen um eine Partei zu wählen, damit nicht Richtungen durchkommen, die ich absolut nicht will!!!!! - eine wirkliche Wahl kann ich nicht treffen- das, was uns zur Zeit erzählt wird empfinde ich "pardon" als absolute Verarsche.
Es ist schlimm um unser Land bestellt.
Und die Frau C. M.--- na ja... sie werde ich sowieso nicht wählen.
....ich bin gegen den Beamtenstatus---- aber ich wäre gerne einer !!!! - die Rechte hätte wohl jeder gerne.
vom 10.09.2009, 11.39
Ja, Verarsche ist genau der richtige Ausdruck. Ich bin ja gar nicht gegen die Abschaffung von Steuern generell, aber ich finde, diese ganzen Gesetze sind nicht mehr durchdacht und zeitgemäss. Da liesse sich doch vieles ändern und einsparen, besser machen, straffen und umorganisieren. Aber ich glaube, die wissen genau, warum sie diese Strukturen nicht anfassen mögen...