

Ausgewählter Beitrag
Im TV aufgeschnappt
Mehr oder weniger zufällig bin ich beim Zappen nach Nachrichten am Sonntag morgen über eine Sendung über Witwen gestolpert. Sie hiess "Der Witwenclub", und es geht dabei um acht Thüringer Frauen aus dem selben Ort, die die Gräber ihrer verstorbenen Männer pflegen.
Sie haben sich alle nach dem Tod ihrer Ehepartner zusammengefunden und sind eine nette Clique geworden, halten sich aneinander fest, sind sich Trost, und doch wieder nicht. Leider, möchte ich fast sagen, handelte es sich durchweg um Frauen über 60, es war keine dabei, die so jung verwitwete, wie ich, aber das tut der Aussage keinerlei Abbruch. Eine der Hauptaussagen der Reportage war nämlich, dass es allen schwerfällt, loszulassen. Egal, wie lange der Partner schon verstorben ist und warum er verstorben ist. Der eine Mann ist schon 32 Jahre tot, und der andere erst anderthalb. Ganz verschiedene Schicksale, die aber alle durch den Tod als solchen verbunden werden.
Mehrere Frauen sagen, sie hätten die Trauer verdrängt. Ja, ein Zustand, den ich auch kenne, sage ich zu mir selbst, als ich diese Aussage höre und mir durch den Kopf gehen lasse. "Die Einsamkeit", sagt eine der Frauen, "kommt dann, wenn man nach Hause geht." Alle acht sind aktiv, gemeinsam oder alleine, aber alle kommen alleine nach Hause und können den Gedanken nicht abschalten, dass sie alleine sind, und dass niemand auf sie wartet. Ich habe mich verstanden gefühlt.
Jede verarbeitet den Verlust anders. Aber etwas, das ich auch sehr, sehr deutlich bei mir erkenne, ist dieses Verhalten: Der Mann einer der Frauen starb plötzlich an einem Herzinfarkt, an einem Freitag. Bis heute kann sie freitags nicht alleine zu Hause sein und fährt in die Stadt, um auf andere Gedanken zu kommen. Mein Mann starb auch an einem Freitag und bis heute kann sich bei mir keine Wochenend-Glückseligkeit einstellen, wenn es auf den Freitag zugeht. Auch ich spüre irgendwie einen Fluchtreflex, wenn mir am Morgen klar wird: Heute ist Freitag.
Sie alle leben irgendwie wie ich - oder ich lebe wie sie. Mit der Trauer, der Einsamkeit, dem Vermissen und der Normalität. Und genau wie ich kochen sie dann und wann noch immer zu grosse Portionen, und zuviel Kaffee am Morgen. "Die Lücke", sagt eine, "kann niemand ausfüllen, selbst wenn Kinder da wären." Ja. Genauso ist es. Und es spricht mir aus der Seele, als ich höre, wie eine der Frauen über eine neue Partnerschaft spricht: Einen Menschen zu finden, mit dem man alles teilt, Gedanken, Gefühle, das Leben, den Tisch, den Körper, den Sex, die Lust, die Ziele, das ist nicht so einfach. Das geht bei manchen schneller als bei anderen, aber ich gehöre zu denen, bei denen es nicht schnell gehen wird. Dazu bin ich vielleicht zu konservativ. Aber mein Liebster war das, was ich mir immer gewünscht habe, und ich weiss, es gibt ihn kein zweites Mal auf der Welt.
A Diese kurze Reportage hat mir gutgetan. Ich erkannte mich wieder und fand heraus, dass ich nicht so unnormal bin, wie ich mich vielleicht bisweilen fühle. Wer mehr über die Sendung lesen will, ich glaube, sie wird auch noch einmal wiederholt, kann sich hier Informationen besorgen: "Der Witwenclub"
Sie haben sich alle nach dem Tod ihrer Ehepartner zusammengefunden und sind eine nette Clique geworden, halten sich aneinander fest, sind sich Trost, und doch wieder nicht. Leider, möchte ich fast sagen, handelte es sich durchweg um Frauen über 60, es war keine dabei, die so jung verwitwete, wie ich, aber das tut der Aussage keinerlei Abbruch. Eine der Hauptaussagen der Reportage war nämlich, dass es allen schwerfällt, loszulassen. Egal, wie lange der Partner schon verstorben ist und warum er verstorben ist. Der eine Mann ist schon 32 Jahre tot, und der andere erst anderthalb. Ganz verschiedene Schicksale, die aber alle durch den Tod als solchen verbunden werden.
Mehrere Frauen sagen, sie hätten die Trauer verdrängt. Ja, ein Zustand, den ich auch kenne, sage ich zu mir selbst, als ich diese Aussage höre und mir durch den Kopf gehen lasse. "Die Einsamkeit", sagt eine der Frauen, "kommt dann, wenn man nach Hause geht." Alle acht sind aktiv, gemeinsam oder alleine, aber alle kommen alleine nach Hause und können den Gedanken nicht abschalten, dass sie alleine sind, und dass niemand auf sie wartet. Ich habe mich verstanden gefühlt.
Jede verarbeitet den Verlust anders. Aber etwas, das ich auch sehr, sehr deutlich bei mir erkenne, ist dieses Verhalten: Der Mann einer der Frauen starb plötzlich an einem Herzinfarkt, an einem Freitag. Bis heute kann sie freitags nicht alleine zu Hause sein und fährt in die Stadt, um auf andere Gedanken zu kommen. Mein Mann starb auch an einem Freitag und bis heute kann sich bei mir keine Wochenend-Glückseligkeit einstellen, wenn es auf den Freitag zugeht. Auch ich spüre irgendwie einen Fluchtreflex, wenn mir am Morgen klar wird: Heute ist Freitag.
Sie alle leben irgendwie wie ich - oder ich lebe wie sie. Mit der Trauer, der Einsamkeit, dem Vermissen und der Normalität. Und genau wie ich kochen sie dann und wann noch immer zu grosse Portionen, und zuviel Kaffee am Morgen. "Die Lücke", sagt eine, "kann niemand ausfüllen, selbst wenn Kinder da wären." Ja. Genauso ist es. Und es spricht mir aus der Seele, als ich höre, wie eine der Frauen über eine neue Partnerschaft spricht: Einen Menschen zu finden, mit dem man alles teilt, Gedanken, Gefühle, das Leben, den Tisch, den Körper, den Sex, die Lust, die Ziele, das ist nicht so einfach. Das geht bei manchen schneller als bei anderen, aber ich gehöre zu denen, bei denen es nicht schnell gehen wird. Dazu bin ich vielleicht zu konservativ. Aber mein Liebster war das, was ich mir immer gewünscht habe, und ich weiss, es gibt ihn kein zweites Mal auf der Welt.
A Diese kurze Reportage hat mir gutgetan. Ich erkannte mich wieder und fand heraus, dass ich nicht so unnormal bin, wie ich mich vielleicht bisweilen fühle. Wer mehr über die Sendung lesen will, ich glaube, sie wird auch noch einmal wiederholt, kann sich hier Informationen besorgen: "Der Witwenclub"
Amarie 05.07.2009, 23.59 TB | PL | einsortiert in: Gesehen
Aufgrund des gestiegenen Spams durch sogenannte Spambots, müssen wir Euch bitten, zunächst die folgende Captcha Abfrage zu beantworten, bevor Ihr kommentieren könnt.
Kein Kommentar zu diesem Beitrag vorhanden



