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Wer fragt, kriegt Antwort
Und was sind Eure liebsten Rituale und Gewohnheiten?
Amarie denkt ... 10.06.2009, 19.45
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Kommentare zu diesem Beitrag
Liebe Amarie,
jetzt denke ich darüber nach, ob Du lieber eine Antwort haben willst von einem Single oder von einem Menschen, der in einer Beziehung lebt, denn ich will Dir nicht weh tun. Nun, ich schreibe trotzdem ein wenig zu diesem Thema.
Wenn ich daran denke, dass mein Mann und ich durch die Seefahrt fast ein halbes Leben lang getrennt waren und uns 1 bis 2 mal im Jahr wiedersahen… irgendwo in der Welt oder in deutschen Häfen wie Bremerhaven, Bremen, Cuxhaven und Hamburg… - selten an Weihnachten oder den Feiertagen - so überlege ich oft, in welcher der Städte am Meer Du wohnst, es kann ja nur ein Ort bei Bremen oder Bremerhaven sein. In Elsfleth haben wir 2 Jahre mit unserem kleinen Sohn gelebt, weil mein Mann dort zur Seefahrtschule ging. Bremerhaven habe ich immer geliebt als Wiedersehenshafen. Oft nur 8 Stunden, manchmal 1 1/2 Tage, und das musste wieder reichen für ein langes halbes Jahr, verbunden nur durch die bunten Luftpostbriefe, die oft wochenlang unterwegs waren, selten durch Telefonate. Hätte es damals schon das Internet gegeben!!
Nun sind wir beide in Rente und träumen oft von der schönen Zeit damals, wir vergessen aber auch nicht die vielen Schwierigkeiten und Sorgen. Ich musste im Leben viel allein meistern, manche Sachen habe ich nur durch eine Generalvollmacht hinbekommen. Wir haben sehr glückliche und tieftraurige Geschehnisse durchlebt und durchlitten.
Nun genießen wir die Zeit zu zweit, meist den ganzen Tag lang. Aufwachen im Bett und sich was Liebes sagen oder ein bisschen stöhnen über Wehwehchen, ein bisschen Frühstücksfernsehen. Im Sommer zusammen schwimmen gehen…. Tagsüber macht jeder so seinen Kram, wir treffen uns immer bei den Mahlzeiten oder im Garten. Und bei den vielen Handwerkereien und Hausarbeiten, die wir teils allein, teils zu zweit verrichten. Meist gehen wir auch zusammen eine halbe Stunde spazieren, wie es so in den Tag passt.
Und abends trinken wir immer um 18 Uhr ein Glas Wein und erzählen uns, was uns gerade auf dem Herzen brennt. Oder nur Belangloses. Dabei hören wir meist die Vier Jahreszeiten von Vivaldi oder etwas von Mozart.
Ihr hattet auch sehr schöne Rituale, Du schreibst das alles so voller Liebe und Sehnsucht. Tage im Bett zu zweit verbringen… ach, so schöne Sachen haben wir auch gemacht, als wir noch jünger waren. Im Alter verändert sich manches, aber da ist kein Bedauern drin. Wir haben zusammen 44 Jahre verbracht, in 6 Jahren ist unsere Goldene Hochzeit, aber auch die werden wir nicht feiern, weil unser Sohn tot ist.
vom 11.06.2009, 12.07
Ich mache da keine Unterschiede, ich möchte etwas von jedem hören, der dazu etwas sagen mag... Danke für Deinen Bericht und dass ich daran teilhaben kann. Mein Mann war Sohn eines Kapitäns auf Grosser Fahrt, der hatte schon als 10jähriger in seinen Schulferien die Welt bereist. Und Schwiegervater ist immer noch der alte Seebär, der erzählen knan, dass sich die Balken biegen. Es ist übrigens Bremerhaven. Ich glaube, als Ihr Euren Sohn verloren habt, habt Ihr das Schlimmste erlebt, was man im Leben erleben kann. Ein Kind hergeben zu müssen....
Ich liebe es morgens alleine bei eine Tasse Kaffee ,einem Marmeladebrot und der Tageszeitung zu frühstücken.Das ist noch ein Rest von der Zeit,als mein Mann noch berufstätig war und die Kinder noch zur Schule gingen.Aber heute mag ich es noch genau so gerne,kommt aber nicht mehr so häufig vor.Mein Mann ist nämlich fast der gleiche Frühaufsteher wir ich,dann macht er Frühstück(er kann das sehr gut)Es wird über dieses und jenes geredet und anschließend ist gemensames Zeitug lesen.Ich mag es aber sehr gerne .mal eine Stunde oder auch länger mal alleine zu sein,auch das isr ein Ritual bei uns dem anderen nicht zu nah auf die Pelle zu rücken!Alles hat seine Zeit,ein Wahlspruch von mir,mit dem ich meistens gut fahre!
vom 11.06.2009, 08.32
Die Morgenstunden scheinen vielen heilig zu sein. Fast freut es mich, dass ich mit diesem Spleen nicht alleine bin..
es gab zeiten, da gab es einige.
heute? hmmm... ich werd mal drüber nachdenken...
vom 11.06.2009, 06.58
Ja. Vielleicht ist ja Raum für neue?
Wir haben einige Rituale, die den von Dir beschriebenen ähneln, z.B. trennen wir uns auch nie im Streit. Außerdem lassen wir morgens den Wecker eine halbe Stunde früher klingeln, damit wir noch Zeit haben uns unsere Träume zu erzählen und gemeinsam den Tag zu planen. Zu Zeiten, in denen wir uns nicht sehen, schreiben wir uns immer mal wieder kleine Grüße auf kleinen Zettelchen oder der Tafel in der Küche. Ich mag auch unser gemeinsames Kochen, wenn wir beide frei haben. Beim passenden Stichwort ein Lied einzustimmen und der andere singt mit... Kleine Dinge, die zur Gewohnheit geworden sind, aber noch immer mein Herz erfreuen.
vom 10.06.2009, 23.17
Das mit den Zettelchen und Grüssen haben wir auch so gemacht...
Rituale/Gewohnheiten habe ich in den vergangenen Jahren des Alleinseins für mich eingeführt.
Der Tag beginnt mit meinem "neuen" Aufsteh-/Wachwerdritual.
Ich munitioniere meine Kaffeemaschine, starte danach meinen PC und schlappe ins Bad. Während ich mir (Phase 1) die Zähne putze, blubbert in der Küche der Kaffee.
Nun startet Phase 2: Eingekuschelt in meinen Flausch-Bademantel (außer im Hochsommer ist mir nach dem Aufstehen grundsätzlich kalt) und mit einer großen Tasse Milchkaffee sitze ich dann vor dem PC, checke Mails, kontrolliere meinen Online-Kalender auf "wichtigen" Termine (ich vergesse schon mal den einen oder anderen Geburtstag in meiner sehr, sehr großen Familie *schäm-schäm*).
Phase 3 ist schnelles Lesen der neuesten Nachrichten im Internet. Meist bin ich dann schon bei der zweiten (großen) Tasse Kaffee. Diese Trödelei zum Wachwerden nimmt gut und gerne bis zu einer Stunde in Anspruch. Sobald es draußen übrigens temperaturmäßig warm genug ist, sitze ich mit Kaffeetasse Nr. 2 auch oft auf meinem Balkon und genieße die kleinstädtische Morgenruhe sowie die ersten Sonnenstrahlen.
Für Phase 4 geht es dann definitiv in die Naßzelle zum Duschen, Frisieren und Anziehen.
Das hört sich sicherlich alles sehr zeitintensiv an, aber ich brauche (und genieße) diese vertrödelte Stunde zu Beginn meines (oft sehr langen) Arbeitstages. Dafür stehe ich sogar freiwillig früher (kurz nach 5 Uhr) auf. Ohne meine Wachwerd-Trödelstunde fehlt mir nämlich etwas.
Zu einer Gewohnheit hingegen wurde das Anstellen des Fernsehers, wenn ich abends von der Arbeit komme bzw. an den Wochenenden. Dann ist es nicht so still in der Wohnung und irgendein Hintergrundgeräusch brabbelt da (von mir meist inhaltlich gänzlich unbeachtet).
Eine weitere Gewohnheit wurde auch das Vorschlafen auf dem Sofa (...während der Fernseher vor sich hindudelt - Programm ganz egal, Hauptsache keine Stille). Meist werde ich gegen Mitternacht wach, weil mir lausig kalt ist vom Stillliegen. Dann wechsel ich vom Sofa ins Bett, rolle mich in der Decke ein und kann meist problemlos wieder tief und fest einschlafen.
vom 10.06.2009, 20.24
Phase 1 sieht bei mir genauso aus. Phase 2 so ähnlich, ich schlumpfe allerdings in einer entsprechenden Rumschlumpfhose rum, ich trödele auch gerne eine Stunde rum und stehe dafür auch sehr früh auf. Auch das Fernsehschlafen ist mir wohlbekannt, ich brauche die Kiste allerdings definitiv dafür im Schlafzimmer. -- Schickst Du mir mal bitte Deine Mailadresse via Kontaktformular?
Landung auf dem Flughafen von Palma ... Koffer holen und dann: draussen im Bistro den ersten Cafe con Leche trinken und die ersten Sonnenstrahlen geniessen - ich liebe es!
vom 10.06.2009, 19.59
Herrlich klingt das, ich glaube, ich würde es genauso handhaben. Irgendwie fängt der Urlaub dann ja erst so richtig an!




Auch nach über 10 Jahren gibt es keinen Tag wo wir wenn wir getrennt sind nicht mind. 1x miteinander telefonieren und uns teeniemäßig sagen wie sehr wir uns fehlen.
Wir schauen uns bestimmte bescheuerte TV Sendungen nur zusammen an, weil wir zusammen so schön lästern und lachen können.
Und wir versuchen uns jeden Monat neue Spitznamen auszudenken. Ne lustige Sache, und mittlerweile haben wir ne Menge davon
Alles Liebe
Judith
vom 12.06.2009, 09.55
Gelästert haben wir auch immer sooooo gerne! :-) Komisch, das mit den Kosenamen hatten wir auch, so alle zwei Monate, aber meist kamen total abgefahrene Sachen dabei raus. Schön zu wissen, dass nicht nur wir so bekloppt waren.